Schmuck mit Zirkonias

ZirkoniaSeit jeher legen die Menschen und ganz besonders die Frauen, zu besonderen Anlässen besonderen Schmuck an. Die Edelsteine, die in Gold und Silber gefasst sind, weisen eine ganz besondere Symbolkraft auf und diese bekräftigt sein Jahrhunderten bereits das Bündnisse der Liebe: Verlobung und Hochzeit.

Sei es das die Braut ein Diadem auf dem Haupt, trägt, mit dem der Schleier gehalten wird oder ein Collier um den Hals – bei der Trauung steckt sie dem Bräutigam als Geste der Verbundenheit einen Ring an den Finger und erhält als Bekundung seiner Liebe ebenfalls einen Ring. Die Verlobungsringe gelten seit Jahrhunderten als Heiratsversprechen und nicht selten werden diese von einem Edelstein geziert, wobei gern weiße Steine wie der Diamant oder der Saphir als Bekenntnis der Treue der Vorzug gegeben wird.

Diamant, Saphir, Rubin und Smaragd – sie sind alle funkelnde, schimmernde, geheimnisvolle Schätze der Natur. Sie werden selten gefunden, da sie sich Tief im Gestein verbergen und damit mühsam zu gewinnen sind. Diese schönen Steine sind begehrt und sicherlich die Kosten der Anschaffung wert. Der Diamant zählt zu den teuersten Edelsteinen der Welt und selbst ein Diamant, der nur wenige Karat auf die Feinwaage bringt, ist oftmals unerschwinglich. Der Zirkonia ist eine Alternative, denn dieser ist hinsichtlich der Optik dem Diamanten ähnlich.

Der Zirkonia muss nicht mühsam gewonnen werden, sondern er wird künstlich hergestellt und damit auch wesentlich günstiger in der Anschaffung. Heutzutage gilt er als die beste Imitation des Diamanten und kommt ihm von der Optik so nah, dass selbst ein Experte ohne Wärmetest den Unterschied nicht erkennen kann. Durch sein tolles Aussehen und dem niedrigen Preis ist der Zirkonia ein sehr beliebter Schmuckstein.

Zirkonia – der Stein aus dem Labor

Beim Zirkonia handelt es sich um einen künstlich geschaffenen Stein und das dieser Stein entstand, das fußt auf einem Zufall. Die Wissenschaftler waren bereits in den frühen 1930er Jahren auf der Suche nach einem künstlichen Kristall, der aufgrund von speziellen Eigenschaften in der Lasertechnologie einsetzbar ist. In der Synthese des gesuchten Kristalls ist der Meilenstein im Jahr 1973 zu finden, wo am Institut für Physik an der russischen Akademie für Wissenschaften in Moskau der erste Zirkonia kreiert wurde.

Das „Rezept“ der Zusammensetzung ist simpel und lässt sich auch anhand der Bezeichnung des Kristalls „Zirkonia“ ableiten: Neben Zirkoniumoxid als Hauptbestandteil wird auch Calcium- oder Yttriumoxid für die Herstellung verwendet. Fünf bis acht Prozent beträgt der Anteil von Calciumoxid bei der Zusammensetzung von Zirkonia und Yttriumoxid weist einen Wert von 15 bis 18 % auf. Beide Oxide geben dem Kristall seine Stabilität. Des Weiteren werden der Mischung noch diverse Metalloxide hinzugefügt, durch die Zirkoniakristalle in allen erdenklichen Regenbogenfarben erzeugt werden können. Im Anschluss wird die Mischung in einem Hochtempertürofen bei rund 2.700 Grad zusammengeschmolzen und abgekühlt. Das Ergebnis ist das kubische Zirkoniakristall.

In den nachfolgenden Jahren wurde das Verfahren der Zirkoniaherstellung weiter in den gemmologischen Laboren ausgearbeitet, sodass seit dem Ende der 1970er Jahre Zirkonia auch eine kommerzielle Bedeutung besitzt. Besonders die Schmuckbranche profitiert seitdem von dem Zirkonia als eine nahezu originalgetreue Imitation des echten Diamanten.

Die Qualitätsmerkmale des Zirkonia

Die Edelsteine wie Diamant, Saphir und Rubin werden durch ihre Größe bzw. Gewicht (Karat), ihrer Reinheit (Clarity), Farbe (Colour) und Schliff (Cut) bewertet und klassifiziert, was ausschlaggebend ist für die Qualität und den Preis. Bei den echten Edelsteinen können die meisten der Faktoren nicht beeinflusst werden, außer der Schliff. Da der Zirkonia jedoch synthetisch hergestellt wird, ist es dem Menschen möglich, alle Merkmale zu steuern und zu beeinflussen.

Aber auch für das Labor mit all seinen hochtechnischen Geräten stellt es eine Herausforderung dar, den Glanz und die Farbe des Zirkonia zu optimieren. Eben aus diesem Grund greifen diese Merkmale selbst bei dem synthetischen Stein, auch wenn die Preisabweichungen in dem Fall nicht so drastisch sind, wie bei den echten Edelsteinen.

Die verschiedenen Schliffarten

Die volle Pracht des Zirkonia entfaltet sich wie bei den echten Steinen auch erst nach dem Schleifen. Es gibt ganz unterschiedliche Schliffformen und beim Zirkonia werden dieselben Schliffe verwendet, wie beim Diamanten. Aber beim Schleifen des Zirkonia muss nicht so stark auf das Äußere wie Einschlüsse oder Form geachtet werden. Die beliebteste Art ist der Brillantschliff, der eine Unterart des Facettenschliffs darstellt. Durch ihn wird die Lichtbrechung optimiert und der Stein zeigt sich in einer funkelnden Pracht. Diese Brillantform besteht aus mindestens 56 Flächen, die als Facetten bezeichnet werden. Wie ein Achteck wird er Zirkonia beim Emerald- oder Smaragdschliff geformt und eine Tropfenform weist der Stein nach dem Pear-Shape-Schliff auf. Zudem gibt es noch weitere Schliffarten, wobei die Wahl des Schliffs immer ein wenig vom Geschmack abhängt. Dass Beste ist, dass der Schliff gewählt wird, bei dem einen der Stein am besten gefällt.

Pflege und Reinigung

Auch Zirkonia muss gepflegt und gereinigt werden und das sollte regelmäßig geschehen. Denn nur so behält der Stein seinen Glanz und volle Brillanz. Für die Reinigung kann Schmuck-Reinigungsmittel genutzt werden, und da der Zirkonia hart ist, kann sogar eine Bürste genutzt werden ohne das man Kratzer oder eine Beschädigung fürchten muss. Im Anschluss sollte der Stein dann mit einem Tuch getrocknet werden, denn ansonsten kann es passieren, dass die Brillanz durch einen seifigen Film auf der Oberfläche gemindert wird. Wird der Zirkonia regelmäßig gereinigt, dann wird man lange Freude an dem funkelnden Stein haben.

Schmuck aus Zirkonia: der Ring

Der Zirkonia ist als Steinbesatz für Ringe nicht gut geeignet, denn kaum ein anderes Schmuckstück ist Fremdeinwirkungen so stark ausgesetzt als ein Ring, der an der Hand getragen wird. Jede Tätigkeit des Alltags und jeder Handgriff nimmt Einfluss auf den Ring und somit sind Gebrauchsspuren im Material kaum zu vermeiden. Durch diesen Umstand wird es selbst Nicht-Fachleuten sehr schnell klar, dass es sich um einen Zirkon handelt und nicht um einen Diamanten. Das Feuer von dem Stein verblast sehr schnell, da die Oberfläche zerkratzt und im Laufe der Zeit abgetragen wird. Zudem werden die Schliffkanten des Zirkonia auch gebrochen und rund geschliffen. Einem Diamanten hingegen widerfährt dieses Schicksal nicht, der auch nach Jahrzehnten noch, wie am ersten Tag strahlt.